Es sieht seltsam aus.
Vielleicht zu seltsam.
Wenn man sich die neuen Aufnahmen der Psyche-Mission der NASA anschaut, könnte man meinen, dass dem Mars ein zusätzliches Auge wächst. Oder eine Wolke klebte seitlich an ihrem Gesicht. Dieser strahlend weiße Fleck? Es ist kein Sturm. Es ist der Südpol. Ich saß einfach außermittig da, weil das Raumschiff in einem ungünstigen Winkel ankam.
Am 15. Mai schwebte Psyche zur Unterstützung der Schwerkraft in die Nähe des Roten Planeten. Es brauchte einen Anstoß. Durch das Manöver erhöhte sich die Geschwindigkeit um etwa 1.000 Meilen pro Stunde. Hat auch seinen Kurs geändert. Auf dem Weg zu einem Asteroiden. Aber es hat uns etwas Unerwartetes hinterlassen.
Das klarste Bild, das wir je von der südlichen Polkappe hatten.
Das Eis erstreckt sich über 430 Meilen. Die Auflösung? Besser als eine halbe Meile pro Pixel.
„Diese neuen Daten werden die jahrzehntealte Debatte nicht beilegen“, sagte Gareth Morgan kürzlich, „aber sie machen es sehr schwierig, einen flüssigen See zu unterstützen.“
Ah. Die Sache mit dem See.
Im Jahr 2018 waren alle aufgeregt. Der Mars-Express-Orbiter der ESA vermutete, dass flüssiges Wasser unter einer Meile Eis lauerte. Flüssiges Wasser bedeutet Leben. Zumindest ist es gleichbedeutend mit Hoffnung. Die Schlagzeilen explodierten. Aber dann wurden die Daten chaotisch.
Neuere Radargeräte des Reconnaissance Orbiter der NASA zeigten schwächere Signale. Die „Flüssigkeit“ könnte einfach nasser Schlamm sein. Oder glatter Stein. Vielleicht alte Lava.
Es spielt keine Rolle, wer gestern Recht hatte.
Die neuen Psyche-Bilder machen die Sache nur noch komplizierter. Der Südpol besteht nicht nur aus Eis. Es sind Schichten. Gefrorenes Kohlendioxid. Staub. Ein über Milliarden von Jahren aufgebautes geologisches Archiv wie ein in Eis geschriebenes Geschichtsbuch.
Psyche ist nicht wegen des Mars gekommen. Nicht wirklich.
Das Raumschiff flog im Umkreis von 2.800 Meilen um die Oberfläche, hauptsächlich um seine Kameras zu kalibrieren. Ein Testlauf für den nach ihm benannten Asteroiden.
Dieser Asteroid – Psyche – ist seltsam. Denken Sie an Metall. Freigelegter Kern eines toten Planeten. Es liegt zwischen Mars und Jupiter. Roboterbesucher sind dort selten.
Also blicken wir zurück.
Die Ingenieure werden noch eine Weile weiter fotografieren, während der Mars in der Ferne verschwindet.
Warum sich beeilen?
Das eigentliche Ziel ist noch drei Jahre entfernt.
