Perlen, Beerdigung und das Leben nach dem Tod

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Sie haben nicht nur die Toten eingewickelt. Sie kleideten sie für den Ruhm.

2.500 Jahre. So alt sind diese Perlenschleier. Aus Ägypten. Kein Stoff. Perlen. Komplizierte Farbnetze, die über bereits in Leinen gebundene Mumien drapiert sind.

Warum? Eine Person in Osiris verwandeln. Der Gott der Fruchtbarkeit. Herrscher der Toten. Es reichte nicht aus, in einem Glas oder einer Schachtel zu ruhen. Du wolltest der Herrscher der Unterwelt werden.

Das Art Institute of Chicago hat eines. Es kam über die Hintertür des Kunsthandels des 19. Jahrhunderts herein – gekauft von Rev. Chauncey Mouch. Er leitete die American Presbyterian Mission in Luxor. Er war ein Sammler. Vielleicht zu begeistert davon, antike Stücke mit nach Hause zu nehmen. Aber hier ist das Leichentuch. Eigentlich klein. 18 x 15,8 Zoll. Es könnte deinen Kopf bedecken. Vielleicht Ihr Schlüsselbein, wenn Sie klein wären.

Wichtiger als die Größe ist, was drauf ist.

Die Ägyptologin Emily Teeter hat es für das Museum aufgeschlüsselt. Drei Teile. Erstens: das Gesicht. Meist dunkelblau. Schwarze, rote und gelbe Punkte bilden die Augen. Das Make-up ist abstrakt, aber scharf. Auch ein Bart. Blaugrüne Perlen. Es sieht aus wie Tuts Maske, wenn Tut aus Mosaikglas bestand. Das Blau? Wahrscheinlich Nut, die Himmelsgöttin. Ihr Körper war der Nachthimmel. Voller Sterne. Oder in diesem Fall Perlen.

Dann kommt der Skarabäus.

Flügel raus. Mehrfarbig. Sitzt direkt unter dem Kinn. Das ist Khepri. Sonnengott. Skarabäusgesicht. Schöpfer. Erneuerung. Normalerweise findet man diese als Amulette, die bei der Mumifizierung in Leinenfalten gesteckt werden. Dieses hier ist gewebt. Es ist nicht versteckt. Es wird angezeigt. Ein Abzeichen der Regeneration, das direkt in den Jenseitsanzug eingenäht ist.

Darunter? Ein Kragen.

Lotusblumen. Rote Anhänger. Blau, Schwarz, Gelb. Eine blumige Explosion.

„So wie die Arme von Nut den Verstorbenen umschlossen, umfasste das Perlennetz die Mumie“, bemerkte Teeter.

Denken Sie darüber nach. Das Netz ist eine Umarmung einer Göttin. Es ist auch eine Rüstung. Es war auf dem Rücken über rotem Leinen gebunden. Rot. Eine schützende Farbe. Zusammen ahmten der Stoff und die Perlen die Umhüllungen von Osirish nach. Du bist nicht einfach gestorben. Du wurdest rekonstruiert. Pixel für Pixel. Perle für Perle.

Fühlt es sich beim Tragen schwer an? Wahrscheinlich. Aber war ihnen der Komfort wichtig?

Nicht wirklich. Ihnen ging es um die Identität. Über Transformation.

Das Netz hält. Das Bild bleibt.

Und der Rest der Geschichte? Ich warte immer noch.