Quadrille war nicht nur ein Tanz. Es war ein gesellschaftliches Ritual der Elite im späten 18. und 19. Jahrhundert. Das Format erforderte vier Paare, die im Quadrat angeordnet waren. Englische Aristokraten brachten den Trend 1815 nach Hause und holten ihn direkt aus den Ballsälen der Pariser High-Society.
Die Struktur basierte auf vier, gelegentlich auch fünf unterschiedlichen Kontretänzen. Schrittarbeit war zweitrangig. Der eigentliche Schwerpunkt lag auf der kooperativen Ausführung ineinandergreifender Bodenmuster. Man brauchte keine ausgefallene Beinarbeit. Man musste die Zahlen kennen.
Wie die Quadrille-Figuren funktionierten
Jeder Abschnitt des Tanzes hatte vorgeschriebene Bewegungen. Diese waren nicht improvisiert. Sie waren starr.
Nehmen Sie an der Tour de deux mains teil. Das Paar hielt Händchen und drehte sich um. Einfach.
Dann war da noch die chaîne des dames. Gegenüberliegende Frauen gingen an der rechten Hand vorbei. Dann reichten sie dem Gegenüber ihre linke Hand. Er drehte sie zu sich und stellte sich neben ihn. Es war eine Kette von Partnern, im wörtlichen und übertragenen Sinne.
Die Quadrille beruhte mehr auf der kooperativen Ausführung ineinander verschlungener Figuren oder Bodenmuster als auf einer komplizierten Schrittarbeit.
Musik und Vermächtnis
Die Musik? Normalerweise ein Medley aus Opernmelodien. Es war kein einziger Track. Es war ein Flickenteppich aus Melodien, die für den Tanz zusammengefügt wurden.
Als Variante entstanden die Lanciers. Es gewann im späten 19. Jahrhundert an Popularität. Die Tradition ist nicht verschwunden. Volkstanzvereine hielten ihn bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts aufrecht.
Welches spezifische Opernmedley war am häufigsten? Der Text sagt es nicht. Aber der Aufbau blieb derselbe. Vier Paare. Quadratische Formation. Vorgeschriebene Zahlen. Dabei ging es weniger um individuelle Fähigkeiten. Es ging darum, sich in das Muster einzufügen.

























