Der Perseverance-Rover der NASA hat ein verborgenes, altes Flusssystem entdeckt, das tief unter der Oberfläche des Jezero-Kraters auf dem Mars vergraben ist, was darauf hindeutet, dass der Planet über einen weitaus längeren Zeitraum als bisher angenommen flüssiges Wasser – und möglicherweise bewohnbare Bedingungen – aufrechterhalten konnte. Die Entdeckung, die mithilfe des bodendurchdringenden Radarinstruments RIMFAX des Rovers gemacht wurde, offenbart eine komplexe Deltaumgebung, die vor dem gut untersuchten Jezero-Delta existierte, was auf ein erweitertes Zeitfenster für die Entstehung mikrobiellen Lebens hindeutet.
Verlängerte Bewohnbarkeitsdauer
Seit Jahren wissen Wissenschaftler, dass der Mars nicht immer die trockene, rote Welt war, die er heute ist. Es gibt zahlreiche Hinweise auf früheres Wasser, von geschnitzten Landschaften bis hin zu wassergebildeten Mineralien. Aber die Frage, wie lange flüssiges Wasser an der Oberfläche verblieb, blieb von zentraler Bedeutung für die Frage, ob sich dort Leben entwickelt haben könnte. Die neuen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass fließendes Wasser die Marslandschaft Hunderte Millionen Jahre länger prägte als bisher angenommen.
„Die unterirdische Deltaumgebung, die unter dem aktuellen Jezero-Delta entdeckt wurde, verlängert den Zeitraum potenzieller Bewohnbarkeit weiter in die Vergangenheit“, erklärt die Geomikrobiologin Emily Cardarelli.
Wie die Entdeckung gemacht wurde
Das RIMFAX-Instrument von Perseverance erkundete zwischen September 2023 und Februar 2024 78 Durchgänge unter der Oberfläche und sammelte Daten entlang einer 6,1 Kilometer langen Spur bis in Tiefen von mehr als 35 Metern. Die Radardaten zeigten geschichtete Felsformationen, die in geneigten Mustern angeordnet waren, was mit der Sedimentablagerung in fließendem Wasser übereinstimmt. Die Forscher identifizierten außerdem Lappen, Kanäle und vergrabene Felsbrocken – Merkmale, die in Flusssystemen auf der Erde häufig vorkommen.
Als besonders aufschlussreich erwies sich die Margin-Einheit, eine Region, die reich an Karbonaten und Olivin ist. Die Analyse der RIMFAX-Daten zeigte, dass sich der Rand über eine Tiefe von mindestens 85–90 Metern erstreckt und über mehrere Episoden von Sedimentablagerung und Erosion aufgebaut ist. Der geologische Kontext lässt darauf schließen, dass sich dieses Deltasystem bereits vor 4,2 bis 3,7 Milliarden Jahren, während der Noachian-Zeit, gebildet hat.
Auswirkungen auf das Leben auf dem Mars
Die Entdeckung hat erhebliche Auswirkungen auf die Suche nach früherem Leben auf dem Mars. Ein längerer Zeitraum flüssigen Wassers bedeutet einen längeren Zeitraum für die Entstehung von mikrobiellem Leben, das Wissenschaftler als die wahrscheinlichste Lebensform auf dem Planeten betrachten.
Die Erhaltung unterirdischer Strukturen könnte auch bedeuten, dass Biosignaturen – Beweise für früheres Leben – in Mineralzusammensetzungen und geochemischen Bedingungen tief unter der Erde erhalten bleiben können.
Die Marslandschaft ist aufgrund der fehlenden tektonischen Aktivität und des Unwetters auf dem Planeten bemerkenswert gut erhalten. Dies bedeutet, dass Beweise für die frühere Bewohnbarkeit möglicherweise noch intakt sind und darauf warten, entdeckt zu werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entdeckung dieses alten unterirdischen Flusssystems die Vorstellung bestärkt, dass der Mars einst ein weitaus wasserreicherer und potenziell bewohnbarer Planet war. Weitere Erkundungen und Analysen werden von entscheidender Bedeutung sein, um festzustellen, ob in dieser längst verlorenen Marsvergangenheit jemals Leben Einzug gehalten hat.

































