ISS-Betrieb reduziert: Evakuierung der Besatzung verlässt Station mit minimalem Personal

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Die Internationale Raumstation (ISS) kehrt zu einer historisch kleineren Besatzungsgröße zurück, nachdem die NASA die vorzeitige Rückkehr der Crew-11-Astronauten von SpaceX aufgrund eines medizinischen Problems bei einem der Teammitglieder angekündigt hat. Durch diese Entscheidung bleiben nur noch drei Astronauten an Bord der Station: Christopher Williams von der NASA sowie die Kosmonauten Sergey Kud-Sverchkov und Sergei Mikayev von Roscosmos.

Historischer Kontext der ISS-Besatzungsgrößen

Auch wenn eine dreiköpfige Besatzung keine Seltenheit ist – sie war vor 2009 fast ein Jahrzehnt lang die Standardkonfiguration – stellt der Umzug eine deutliche Reduzierung gegenüber der aktuellen siebenköpfigen Besatzung dar, die im Jahr 2020 eingeführt wurde. Die ISS hat im Laufe ihrer Lebensdauer mehrere personelle Anpassungen erfahren, die sich ändernden Missionsprioritäten und der Ressourcenverfügbarkeit Rechnung tragen. Dieser Wandel verdeutlicht, wie betriebliche Anforderungen Vorrang vor langfristigen Personalplänen haben können.

Minimale Auswirkungen auf die Personalbesetzung

Beamte der NASA versicherten, dass Williams voll und ganz in der Lage sei, wesentliche Stationsfunktionen aufrechtzuerhalten, unterstützt durch Fernunterstützung von Bodenkontrollzentren weltweit. Die russischen Kosmonauten an Bord verfügen außerdem über eine Ausbildung, um bei Bedarf mit US-Systemen zu helfen. Die Verringerung der Besatzungsgröße wird sich jedoch zwangsläufig auf den Umfang der an Bord durchgeführten wissenschaftlichen Arbeiten auswirken.

Die unmittelbarste Auswirkung ist die Einstellung von Weltraumspaziergängen, für die mindestens zwei Astronauten erforderlich sind. Diese Einschränkung erhöht auch die Anfälligkeit der Station für dringende Hardwareausfälle oder andere Eventualitäten, wie erfahrene Astronauten betont haben.

Details zur medizinischen Evakuierung

Das medizinische Problem, das die Evakuierung der Besatzung 11 veranlasste, trat vor einer geplanten Außenbordeinsatzaktivität (EVA) auf und steht in keinem Zusammenhang damit. Die NASA hat die Identität des betroffenen Astronauten aus Datenschutzgründen nicht bekannt gegeben, priorisiert jedoch ihre baldige Rückkehr zur umfassenderen medizinischen Untersuchung auf der Erde. Die Crew-11-Mission, die im August begann, sollte ursprünglich bis zur Ankunft von Crew-12 Mitte Februar fortgesetzt werden.

Beschleunigter Start der Crew-12 wird in Betracht gezogen

Die NASA prüft die Möglichkeit, den Start der Crew-12 zu beschleunigen, um die Dauer der minimalen Personalausstattung zu verkürzen. Der genaue Zeitpunkt bleibt jedoch ungewiss, was bedeutet, dass Williams, Kud-Sverchkov und Mikayev bis zu einem Monat als Notbesatzung fungieren könnten. Diese Situation unterstreicht die betriebliche Flexibilität der ISS, verdeutlicht aber auch die Risiken einer geringeren Redundanz bei kritischen Weltraumoperationen.

Die verringerte Besatzungsstärke auf der ISS ist ein vorübergehender Rückschlag, zeigt jedoch die Anpassungsfähigkeit von Weltraumoperationen. Die Priorität besteht weiterhin darin, die Gesundheit der Besatzung zu gewährleisten und gleichzeitig wesentliche Stationsfunktionen aufrechtzuerhalten, bis die volle Personalbesetzung wiederhergestellt werden kann.