Die meisten Leute halten die Orioles für einen weiteren Doo-Wop-Act aus der Nachkriegszeit. Das sind sie nicht. Sie waren die Blaupause.
Die Orioles wurden 1947 in Baltimore gegründet und waren nicht nur an der Rhythm-and-Blues-Explosion beteiligt – sie haben sie wohl sogar ins Leben gerufen. Vor ihnen stützten sich Gesangsgruppen stark auf die sanften Harmonien im Pop-Stil, die von Acts wie den Ink Spots populär gemacht wurden. Die Orioles nahmen diese Grundlage und fügten einen Herzschlag hinzu. Sie haben es gerockt. Sie machten es rhythmisch. Ihr Sound war eine Brücke zwischen der schmetternden Vergangenheit und der schreienden Zukunft des Rock’n’Roll.
„Die Orioles werden oft als die erste Gesangsgruppe bezeichnet, die im Rhythm-and-Blues-Stil sang.“
Dieser Wandel hatte einen nachhaltigen Einfluss auf die Musikgeschichte. Nachdem die Orioles bewiesen hatten, dass eine Gruppe mit einem Vogelnamen die Charts dominieren konnte, wurde der ornithologische Trend zu einem festen Bestandteil des R&B. Ihr Einfluss reichte jedoch über die Namenskonventionen hinaus. Sie waren die Roots-Künstler einer Generation nachfolgender Gesangsgruppen.
Wie die Orioles die Musik veränderten
Der Aufstieg der Gruppe war kein Zufall. Es war ein perfekter Sturm an Talent und Timing. Ihr Durchbruch kam aus einer unerwarteten Quelle: einem Fernsehauftritt bei Arthur Godfrey’s Talent Scouts im Jahr 1948. Dieser Auftritt brachte ihnen einen Plattenvertrag ein, der zu ihrer Debütsingle „It’s Too Soon to Know“ führte.
Es war eine langsame romantische Ballade. Und es landete auf Platz eins der Rhythm-and-Blues-Charts.
Die meisten ihrer nachfolgenden Platten folgten diesem Muster. Sie waren nicht laut. Sie waren nicht auffällig. Ihr Sound war geprägt von ruhigen Balladen mit Sonny Tils herzlicher Hauptstimme. Der Rest der Gruppe sorgte für sanfte Refrains mit kaum wahrnehmbarer Instrumentalbegleitung. Es war intim. Es war roh.
„Ihre bemerkenswertesten Platten waren ‚Tell Me So‘ (1949), ‚Crying in the Chapel‘ (1953) und ‚In the Mission of St. Augustine‘ (1953).“
Diese Tracks waren nicht nur Hits. Es waren Studien über Emotionen. Tils Stimme hatte ein Gewicht, das nur wenige zuvor geschafft hatten. Es war ein Stil, der schließlich die Doo-Wop-Gruppen der 1950er und 1960er Jahre prägen sollte. Doch damals wurden die Orioles als Pioniere oft übersehen.
Wer waren die Mitglieder?
Die Orioles waren eine in Baltimore geborene Klangfamilie. Fünf Männer, die in derselben Stadt aufgewachsen sind und ein Genre geprägt haben, das schließlich die amerikanische Musik definieren sollte.
- Sonny Til (Earlington Carl Tilghman): Geboren am 18. August 1925 in Baltimore. Er war die Hauptstimme, das Gesicht der Gruppe. Er starb am 9. Dezember 1981 in Washington, D.C.
- Alexander Sharp : Geboren im Dezember 1919 in Baltimore. Er starb im Januar 1970.
- George Nelson : Geboren 1925 in Baltimore. Er starb 1959.
- Johnny Reed : Geboren um 1929 in Baltimore. Er starb am 18. Juni 2005 in Lakewood, New Jersey.
- Tommy Gaither : Geboren



























