Sonnenfinsternisse vom Mars aus gesehen: Phobos-Schatten, eingefangen von Curiosity

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Der Himmel hat am vergangenen Sonntag eine Show abgeliefert. Am 21. Juni glitt der Mond über die Sonne und erzeugte das dramatische „Feuerring“-Spektakel, das Astronomen als ringförmige Sonnenfinsternis kennen. Es war ein großartiges Ereignis für jeden auf der Erde, der das Glück hatte, am richtigen Ort zu sein. Aber Sie müssen nicht von unserer blauen Murmel aufschauen, um Zeuge dieser himmlischen Mechanik zu werden.

Mars hat seinen eigenen Sitz in der ersten Reihe.

Der NASA-Rover Curiosity hat diese Ereignisse direkt von der staubigen Oberfläche des Roten Planeten aus beobachtet. Tatsächlich wurden mehrere Fälle aufgezeichnet, in denen die Sonne vom anderen Mond des Mars verdeckt wurde. Noch vor wenigen Wochen – genauer gesagt am 4. April 2020 – spielte Phobos, der größte der beiden kleinen natürlichen Satelliten des Mars, Verstecken mit dem Stern.

Curiosity hat Bilder dieser Sonnenfinsternis von Phobos aufgenommen. Es ist eine deutliche Erinnerung daran, dass unser Nachbar im Sonnensystem, während wir über unsere eigene Mondausrichtung staunen, seine eigenen einzigartigen, wenn auch kleineren Schatten erlebt.

Monde in Bewegung

Die Himmelsmechanik des Mars ist nicht nur Hintergrundgeräusch. Sie sind ein tägliches Spektakel. Bereits Ende März 2019 nahm der Rover Curiosity ein beeindruckendes Bild auf: eine ringförmige Sonnenfinsternis, verursacht durch Phobos. Der Mond verdeckte die Sonne nicht vollständig. Stattdessen hinterließ es einen hellen Feuerring um seine dunkle Silhouette. Ein paar Tage zuvor änderte sich die Szene. Curiosity richtete seine Kameras auf Deimos, den anderen, kleineren Satelliten des Mars. Deimos war noch kleiner. Es kam nicht zu einer Sonnenfinsternis. Es ist durchgegangen. Ein winziger, dunkler Fleck, der sich langsam über das Gesicht der Sonne bewegt.

Das waren keine Unfälle. Es handelte sich um vorhersehbare Ereignisse, die strengen Orbitalgesetzen unterworfen waren. Doch wenn man sieht, wie sie sich in Echtzeit auf einem anderen Planeten entfalten, verändert sich die Art und Weise, wie man den Himmel sieht. Die meisten Menschen stellen sich den Mars als eine karge Wüste vor. Ein roter Stein. Aber schau nach oben. Der Himmel dort ist dünn und butterscotchfarben. Und es bewegt sich.

Die Bewegung von Phobos und Deimos über den Marshimmel ist schneller und unregelmäßiger als die jedes Mondes, den wir von der Erde aus sehen.

Warum ist das wichtig? Es geht nicht nur um schöne Bilder für den JPL-Presseraum. Es geht darum, die Schwerkraft zu verstehen. Darüber, wie kleine Körper größere umkreisen. Darüber, wie wir menschliche Missionen planen. Wenn Astronauten auf dem Mars landen, müssen sie wissen, wann sich der Himmel verdunkeln wird. Sie müssen Umlaufbahnen berechnen, die nicht mit Trümmern kollidieren. Der Transit von Deimos und die Sonnenfinsternis von Phobos sind Datenpunkte. Es handelt sich um Checks and Balances. Sie erinnern daran, dass der Mars nicht statisch ist. Es ist ein System.

Bedenken Sie den Maßstab. Phobos hat einen Durchmesser von etwa 22 Kilometern. Deimos ist etwa 12 Kilometer entfernt. Bei beiden handelt es sich um unregelmäßige Gesteinsklumpen, wahrscheinlich eingefangene Asteroiden. Oder vielleicht sind es Überreste eines größeren Körpers, der vor Äonen zerschmettert wurde. Die führende Theorie geht davon aus, dass sie sich nach einem massiven Einschlag aus Trümmern gebildet haben. Oder vielleicht sind sie aus dem Asteroidengürtel hineingedriftet und in der Schwerkraftquelle des Mars gefangen. Die Debatte geht weiter. Aber die Beobachtungen lügen nicht. Phobos erhebt sich im Westen. Setzt im Osten. Beendet eine Umlaufbahn in nur 7,6 Stunden. Deimos dauert 30,3 Stunden. Es entspringt im Osten. Setzt im Westen. Langsamer. Stabiler. Wie ein Uhrzeiger, der durch einen Marstag tickt.

Als Curiosity diese Ereignisse beobachtete, blickte es nicht nur nach oben. Es war eine Kalibrierung. Die Navigationskameras des Rovers mussten die Schatten berücksichtigen. Die Staubstürme. Das wechselnde Licht. Jedes Pixel zählte. Jede Sekunde Dunkelheit oder Verdunkelung lieferte eine Rückmeldung. Wie tief war der Schatten? Wie schnell hat es sich bewegt? Welche Beschaffenheit hatte die Mondoberfläche? Rauh. Entkernt. Uralt.

So lernen wir. Nicht durch große Erklärungen. Aber durch kleine, sorgfältige Beobachtungen. Ein Transit. Eine Sonnenfinsternis. Ein Schatten, der auf roten Boden fällt.

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