Fossile Beweise bestätigen, dass im Mittelpleistozän, vor etwa 800.000 bis 400.000 Jahren, vier Meter lange Pythons auf der Insel Taiwan gediehen. Diese Entdeckung stellt den ersten bestätigten Fossiliennachweis von Pythons auf Taiwans Hauptinsel dar und stellt das derzeitige Verständnis der prähistorischen Fauna der Region in Frage.
Die Fossilienentdeckung
Paläontologen der National Taiwan University analysierten einen bemerkenswert gut erhaltenen Rumpfwirbel, der in der Nähe der Stadt Tainan ausgegraben wurde. Die durch 3D-Modellierung rekonstruierten Abmessungen des Exemplars deuten auf eine Schlange hin, die größer ist als jedes heute lebende taiwanesische Reptil. Das Fossil stellt die größte Schlange dar, die jemals in Taiwan gefunden wurde, was auf ein völlig anderes Ökosystem als das heutige hindeutet.
Python-Verteilung heute
Moderne Pythons kommen im tropischen und subtropischen Asien, Afrika und Australien vor. Sie reichen von Bangladesch und Indien bis nach Indonesien, den Philippinen und Teilen Afrikas südlich der Sahara. Bemerkenswert ist, dass derzeit auf Taiwan selbst keine einheimischen Pythons leben. Dies macht die prähistorische Präsenz einer so großen Pythonschlange noch auffälliger.
Ein verlorenes Ökosystem
Die Entdeckung ist kein Einzelfall. Die Chiting-Formation, in der der Wirbel gefunden wurde, hat auch Fossilien von Säbelzahnkatzen, Riesenkrokodilen, Mammuts und ausgestorbenen Nashörnern hervorgebracht. Diese Ansammlung weist auf ein einst komplexes und von Raubtieren dominiertes Ökosystem hin.
Die Forscher stellen fest, dass das Aussterben dieser Megafauna – einschließlich des Riesenpythons – zu einer erheblichen ökologischen Veränderung geführt hat. Das Fehlen solcher Spitzenprädatoren im modernen Ökosystem Taiwans deutet auf eine leere Nische hin, die möglicherweise die Entwicklung der heutigen Artenvielfalt beeinflusst.
Auswirkungen auf die Biodiversität
Die Fossilienfunde werfen Fragen über die Ursprünge von Taiwans heutigem Tierleben auf. Die drastischen Veränderungen in der Fauna der Insel seit dem Pleistozän lassen auf einen großen ökologischen Umsatz schließen. Weitere Forschung ist erforderlich, um vollständig zu verstehen, wie diese alten Ökosysteme die moderne Artenvielfalt in Ostasien beeinflusst haben.
„Das verschwundene Top-Raubtier … weist auf einen drastischen Wechsel der Fauna hin“, schlussfolgerten die Wissenschaftler und deuteten damit an, dass sich das aktuelle Ökosystem möglicherweise noch von einem erheblichen prähistorischen Verlust erholt.
Die Forschung wurde am 16. Januar 2026 in Historical Biology veröffentlicht.
































