Schnelle Linderung: Eine Einzeldosis DMT ist vielversprechend gegen schwere Depressionen

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Eine bahnbrechende klinische Studie legt nahe, dass eine Einzeldosis Dimethyltryptamin (DMT), ein schnell wirkendes Psychedelikum, die Symptome einer schweren depressiven Störung (MDD) bei Patienten, die auf herkömmliche Behandlungen nicht angesprochen haben, deutlich reduzieren kann. Die von Forschern des Imperial College London durchgeführte Studie bietet einen potenziellen neuen Ansatz für eine Erkrankung, von der weltweit Millionen Menschen betroffen sind.

Die Herausforderung einer behandlungsresistenten Depression

Eine schwere depressive Störung ist weltweit eine der Hauptursachen für Behinderungen. Während Antidepressiva wie SSRIs häufig verschrieben werden, verspürt eine beträchtliche Anzahl von Patienten keine ausreichende Linderung oder leidet unter schwächenden Nebenwirkungen. Dieser ungedeckte Bedarf hat die Erforschung alternativer Therapien, einschließlich Psychedelika, vorangetrieben. Der Hauptunterschied liegt darin, wie schnell diese Therapien wirken können und wie einfach sie im klinischen Umfeld verabreicht werden können.

DMT: Ein neuartiger Ansatz zur psychedelischen Therapie

Im Gegensatz zu länger anhaltenden Psychedelika wie Psilocybin oder LSD hat intravenöses DMT eine sehr kurze Halbwertszeit – etwa fünf Minuten. Diese Kürze könnte es für den kontrollierten klinischen Einsatz praktischer machen. An der Studie nahmen 34 Teilnehmer mit mittelschwerer bis schwerer Depression teil, bei denen zuvor andere Behandlungen versagt hatten. Den Teilnehmern wurde nach dem Zufallsprinzip entweder DMT oder ein Placebo zugewiesen, wobei weder die Forscher noch die Probanden wussten, welches sie erhielten.

Die Ergebnisse waren beeindruckend: ** Innerhalb einer Woche nach einer einzelnen DMT-Dosis zeigten die Teilnehmer erhebliche Verbesserungen der depressiven Symptome, die bis zu drei Monate anhielten. ** Die Forscher verwendeten die Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale, ein klinisches Standardmaß, und stellten in der DMT-Gruppe im Vergleich zur Placebogruppe eine durchschnittliche Reduzierung um sieben Punkte fest. Dieser Grad der Verbesserung ist klinisch bedeutsam und weist auf eine tatsächliche Auswirkung auf die Schwere der Symptome hin.

Sicherheit und Praktikabilität

Die Behandlung wurde gut vertragen, wobei die meisten Nebenwirkungen leicht bis mittelschwer waren – einschließlich Übelkeit, vorübergehender Angst und Unbehagen an der Injektionsstelle. Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet, obwohl Herzfrequenz und Blutdruck nach der Dosierung kurzzeitig anstiegen. Die Kürze der DMT-Erfahrung (die nur wenige Minuten dauert) vereinfacht auch die Verabreichung: Die Therapeuten saßen während der Behandlung schweigend mit den Teilnehmern zusammen, ohne dass eine längere Überwachung erforderlich war.

Vorbehalte und zukünftige Forschung

Die Studie verlief nicht ohne Einschränkungen. Die starke psychedelische Wirkung von DMT könnte die Doppelblindheit beeinträchtigt haben, da die Teilnehmer ihre Behandlung möglicherweise hätten erraten können. Auch die geringe Stichprobengröße (34 Teilnehmer) schränkt die Generalisierbarkeit der Ergebnisse ein.

Dennoch erfordern diese Ergebnisse weitere Untersuchungen. Es sind längere, größere Studien erforderlich, um die Wirksamkeit, Sicherheit und Kosteneffizienz von DMT im Vergleich zu bestehenden Behandlungen zu bestätigen. Wenn dies bestätigt wird, könnte DMT eine praktikable Option für Patienten werden, deren Depression herkömmlichen Therapien widerstanden hat.

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass kurzwirksame Psychedelika für diejenigen vielversprechend sein könnten, die auf herkömmliche Behandlungen nicht angesprochen haben, aber gründliche weitere Forschung ist unerlässlich.“