Planeten sind nicht ewig. Wie Sterne durchlaufen sie unterschiedliche Lebenszyklen: Entstehung, Entwicklung und schließlich Untergang. Die Dauer dieser Phasen variiert jedoch erheblich, abhängig von der Art des Sterns, den ein Planet umkreist. Während das Schicksal der Erde an die Entwicklung der Sonne gebunden ist, könnten viele Planeten um kleinere, kühlere Sterne Billionen Jahre lang existieren. Beim Verständnis der Lebensspanne von Planeten geht es nicht nur um theoretische Astronomie; Es verdeutlicht, wie selten erdähnliche Bedingungen sind, und wirft Fragen zur langfristigen Bewohnbarkeit anderer Welten auf.
Die Stufen der planetaren Existenz
Planeten beginnen als mikroskopisch kleine Staubkörner in den Scheiben um junge Sterne und wachsen nach und nach durch Kollisionen. Gasriesen wie Jupiter bilden zunächst felsige/eisige Kerne, bevor sie Gas ansammeln, während felsige Planeten wie die Erde erst im Spätstadium bombardiert werden, nachdem sich die Gasscheibe aufgelöst hat. Die genaue Reihenfolge dieser Prozesse wird unter Wissenschaftlern immer noch diskutiert.
Aber das „Ende“ eines Planeten zu definieren, ist komplex. Ist es Zerstörung oder einfach eine Veränderung der Bedingungen? Wie der Stanford-Planetenwissenschaftler Matthew Reinhold erklärt, kann ein Planet „untergehen“, wenn er die Umwelt, die wir mit ihm assoziieren, nicht mehr erhält.
Der Einfluss der Sonne auf das Schicksal der Erde
Die Lebensdauer der Erde ist direkt mit der Entwicklung der Sonne verknüpft. In etwa 5 Milliarden Jahren wird unsere Sonne ihren Wasserstoffbrennstoff erschöpfen, sich zu einem Roten Riesen ausdehnen und schließlich zusammenbrechen. Laut dem Astrophysiker Sean Raymond bedeutet dies, dass die Erde zunächst unbewohnbar wird, wenn die Sonne heller wird und die Ozeane verdampft. Es kann dann von der expandierenden Sonne verschluckt oder in den interstellaren Raum geschleudert werden.
Berechnungen gehen davon aus, dass die Erde insgesamt etwa 9,5 Milliarden Jahre überleben wird. Im Vergleich zu Planeten, die Rote Zwerge umkreisen, ist dies jedoch relativ kurz.
Rote Zwerge: Die Langlebigkeits-Champions
Die meisten Sterne sind keine gelben Zwerge wie unsere Sonne; Sie sind Rote Zwerge – kleiner, kühler und mit deutlich längerer Lebensdauer. Diese Sterne verbrennen Treibstoff so langsam, dass er Billionen Jahre lang überleben kann.
Bei Planeten um Rote Zwerge könnte das Ende nicht durch den Sterntod, sondern durch interne Prozesse herbeigeführt werden. Reinholds Modelle deuten darauf hin, dass erdähnliche Planeten, die Rote Zwerge umkreisen, aufgrund des Endes der Mantelkonvektion (30–90 Milliarden Jahre) oder des Mantelschmelzens (16–23 Milliarden Jahre) wahrscheinlich unbewohnbar werden, lange bevor ihre Sterne sterben. Selbst in kürzester Zeit könnten diese Welten Milliarden von Jahren lang bewohnbar bleiben.
Das Schicksal von Gasriesen und größeren Sternen
Größere, heißere Sterne haben eine viel kürzere Lebensdauer. Ein Planet, der beispielsweise einen weißen Stern vom Typ A umkreist, kann möglicherweise nur 100 Millionen bis 1 Milliarde Jahre überleben. Auch Gasriesen können im Laufe von Millionen bis Milliarden Jahren ihre Atmosphäre verlieren, wenn sie intensiver Sternstrahlung ausgesetzt werden.
Selbst stabile Planeten sind über einen längeren Zeitraum mit der Möglichkeit von Kollisionen oder dem Auswurf aus ihren Sternensystemen konfrontiert. Letztendlich könnte das Schicksal dieser Welten vom Ende des Universums selbst abhängen, da vertriebene Planeten für immer in der Leere umherwandern werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lebensspannen auf Planeten unglaublich vielfältig sind und von Milliarden bis Billionen Jahren reichen. Der Stern, den ein Planet umkreist, bestimmt weit mehr als jeder innere Prozess sein Schicksal. Während die Zeit auf der Erde durch die Entwicklung der Sonne begrenzt ist, könnten unzählige Welten um Rote Zwerge unvorstellbar lange bestehen bleiben, was darauf hindeutet, dass eine langfristige Bewohnbarkeit weitaus häufiger vorkommt als bisher angenommen.
