NASA verschiebt Mondlandung und macht Artemis 3 für den Wettbewerb frei

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Die NASA hat ihr Artemis-Programm überarbeitet und die Artemis-3-Mission – ursprünglich geplant, um Astronauten mit dem Raumschiff von SpaceX auf dem Mond zu landen – auf 2027 verschoben und den Landevertrag für den Wettbewerb zwischen SpaceX und Blue Origin geöffnet. Die Verschiebung spiegelt den Wunsch nach Redundanz und schnellerem Fortschritt angesichts der zunehmenden geopolitischen Konkurrenz wider, insbesondere aus China, das bis 2030 Astronauten auf dem Mond landen will.

Artemis 3: Ein Strategiewechsel

Der aktualisierte Plan hält Artemis 3 in einer erdnahen Umlaufbahn und konzentriert sich auf die Demonstration von Technologien wie Rendezvous und Andocken zwischen der Orion-Mannschaftskapsel und kommerziellen Landern von SpaceX und Blue Origin. Diese Entscheidung resultiert aus wachsenden Bedenken hinsichtlich der Geschwindigkeit der Starship-Entwicklung trotz der jüngsten erfolgreichen Testflüge. Beamte der NASA haben ihre Unzufriedenheit darüber zum Ausdruck gebracht, sich ausschließlich auf SpaceX zu verlassen, insbesondere da der Blue Moon-Lander von Blue Origin eine praktikable Alternative darstellt.

Wettbewerb und Redundanz

Beim Schritt der NASA geht es nicht nur um Geschwindigkeit; Es geht auch darum, eine übermäßige Abhängigkeit von einem einzelnen Auftragnehmer zu vermeiden. Laut Don Platt, Leiter der Abteilung für Luft- und Raumfahrt am Florida Institute of Technology, scheint die Agentur entschlossen zu sein, den Wettbewerb zwischen SpaceX und Blue Origin zu fördern. Blue Origin hat sein Engagement für die Mondentwicklung unterstrichen und kürzlich suborbitale Tourismusflüge eingestellt, um seinen menschlichen Mondfähigkeiten Vorrang einzuräumen.

Artemis 4 und darüber hinaus

Die erste bemannte Mondlandung im Rahmen des überarbeiteten Programms ist nun für 2028 für Artemis 4 geplant, mit einer möglichen zweiten Landung auf Artemis 5 im selben Jahr. Auch bei der Raketenkonfiguration des Space Launch System (SLS) legt die NASA Wert auf Kontinuität und entscheidet sich dafür, bei der aktuellen „Block I“-Variante zu bleiben, anstatt wie zuvor geplant auf die fortschrittlichere „Block IB“-Variante umzusteigen.

Das Gesamtbild

Diese strategische Anpassung unterstreicht das umfassendere Ziel der NASA, innerhalb des nächsten Jahrzehnts eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond zu etablieren. Die Agentur steht unter dem Druck, ihren Zeitplan zu beschleunigen, nicht nur um die Führungsrolle der USA im Weltraum zu behaupten, sondern auch um Chinas aggressiven Mondambitionen entgegenzuwirken. Wie NASA-Administrator Jared Isaacman erklärte: „Da die glaubwürdige Konkurrenz durch unseren größten geopolitischen Gegner von Tag zu Tag zunimmt, müssen wir schneller vorgehen, Verzögerungen beseitigen und unsere Ziele erreichen.“

Das neu gestaltete Artemis-Programm zeigt einen pragmatischen Wandel hin zu Redundanz und Dringlichkeit im neuen Weltraumrennen. Die NASA ist nicht länger bereit, darauf zu warten, dass ein einzelner Anbieter ihre Mondziele erreicht, sondern nutzt stattdessen den Wettbewerb als Katalysator für schnellere und zuverlässigere Fortschritte.