Die NASA bereitet sich darauf vor, morgen, am 17. Januar, ihre riesige Rakete „Space Launch System“ (SLS) zur Startrampe im Kennedy Space Center (KSC) zu verlegen und damit eine kritische Phase für die Artemis-2-Mission einzuleiten. Ziel dieser Mission ist es, vier Astronauten auf einen Vorbeiflug am Mond zu schicken – die erste bemannte Mission zum Mond seit 1972. Der Rollout beginnt etwa um 7 Uhr EST und umfasst einen acht- bis zehnstündigen Kriechgang an Bord des Crawler-Transporter 2-Fahrzeugs, der die 4 Meilen lange Strecke bis zum Launch Complex-39B zurücklegt.
Eine heikle Zeitleiste
Der Zeitplan der Mission ist ehrgeizig: Eine geplante „Wet General Probe“ (Betankungs- und Countdown-Simulation) ist für den 2. Februar geplant und ein mögliches Startfenster öffnet sich am 6. Februar. Das bedeutet, dass die Rakete eine Reihe kritischer Tests einwandfrei überstehen muss. Angesichts früherer Herausforderungen mit dem SLS während der Artemis-1-Mission – darunter Wasserstofflecks und Infrastrukturausfälle – ist der Erfolg jedoch alles andere als garantiert.
Warum das wichtig ist: Das Artemis-Programm stellt eine bedeutende Investition in die Monderkundung dar. Der Erfolg von Artemis 2 ist nicht nur für die bemannte Raumfahrt von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Validierung der SLS-Rakete und des Orion-Raumschiffs und legt den Grundstein für zukünftige bemannte Landungen. Eine Verzögerung könnte sich auf den Gesamtplan und die Kosten des Programms auswirken.
Mehrere Missionen ausbalancieren
Gleichzeitig bereitet sich die NASA auf die Crew-12-Mission von SpaceX zur Internationalen Raumstation (ISS) vor. Der beschleunigte Abflug von Crew-11 führte dazu, dass die ISS nur mit einer minimalen Besatzung ausgestattet war, sodass der Start von Crew-12 am 15. Februar hohe Priorität hatte. NASA-Beamte behaupten jedoch, dass die Koordinierung beider Missionen keine Eile sei und die Sicherheit nach wie vor oberste Priorität habe.
„Es ist für uns nicht ratsam, beide [Missionen] gleichzeitig zu starten, aber wir müssen auch sicherstellen, dass beide startbereit sind“, erklärte Jeff Radigan, leitender Flugdirektor der NASA für Artemis 2.
Besatzung und Flugbahn
Die Artemis-2-Besatzung – Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch (NASA) und Jeremy Hansen (Kanadische Raumfahrtbehörde) – wird weiter von der Erde wegfliegen als alle Menschen zuvor und die Lebenserhaltungssysteme der Orion-Raumsonde während einer zehntägigen Mondschleife testen. Anders als die Apollo-Missionen wird Artemis 2 nicht auf dem Mond landen. Stattdessen wird die Besatzung einer „freien Rückkehrflugbahn“ folgen und dabei die Schwerkraft des Mondes nutzen, um sie zurück zur Erde zu schleudern.
Der nächste Schritt: Artemis 3, geplant für 2027 oder 2028, zielt darauf ab, die erste bemannte Mondlandung des Artemis-Programms durchzuführen. Der Erfolg von Artemis 2 ist entscheidend für die Gewährleistung der Sicherheit und Zuverlässigkeit der für dieses historische Ereignis erforderlichen Systeme.
Notfallpläne
Wenn das Startfenster im Februar verpasst wird, hat die NASA im März und April Ersatzmöglichkeiten. Die Beamten betonen jedoch, dass sie nicht fortfahren werden, bis alle Systeme überprüft sind.
„Wir werden unsere Aufgabe erfüllen, um flugbereit zu sein“, sagte John Honeycutt, Vorsitzender des Artemis-2-Missionsmanagementteams. „Ich werde der Agentur nicht sagen, dass ich flugbereit bin, bis ich denke, dass wir flugbereit sind.“
Letztendlich wird die Startbereitschaft von Artemis 2 vom Ergebnis der Generalprobe und den anschließenden Tests am Flugplatz abhängen. Die Agentur geht vorsichtig vor und gibt der Missionsintegrität Vorrang vor strengen Fristen.































