Mögliche Überreste des „Vierten Musketiers“ in den Niederlanden ausgegraben

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Archäologen haben möglicherweise die lange verschollenen Überreste von Charles de Batz de Castelmore d’Artagnan entdeckt, der historischen Figur, die die ikonische Figur aus Alexandre Dumas‘ „Die drei Musketiere“ inspirierte. Die Knochen wurden unter einer Kirche in Maastricht, Niederlande, in der Nähe der Stelle gefunden, an der d’Artagnan während der Belagerung der Stadt im Jahr 1673 getötet wurde.

Die Suche nach einem historischen Helden

D’Artagnan war ein echter französischer Soldat aus dem 17. Jahrhundert, der unter König Ludwig XIV. als Kapitän der Musketiere diente. Er starb an einer Musketenwunde am Hals und seine letzte Ruhestätte ist seit über 350 Jahren unbekannt. Die Entdeckung ist bedeutsam, weil sie eine beliebte literarische Figur mit einer dokumentierten historischen Realität verbindet.

Wie die Überreste gefunden wurden

Die Überreste kamen bei Reparaturen an der Kirche unerwartet zum Vorschein. Bodensenkungen verschoben die Bodenfliesen und brachten ein Skelett zum Vorschein, das unter dem ehemaligen Altar der Kirche vergraben war. Wim Dijkman, ein pensionierter Archäologe, der sich 28 Jahre lang dieser Suche widmete, wurde sofort kontaktiert.

Lokalen Aufzeichnungen zufolge wurden im Kampf getötete hochrangige Soldaten häufig in nahegelegenen Kirchen beigesetzt. Die St.-Peter-und-Paul-Kirche in Wolder war aufgrund ihrer Nähe zum Lagerplatz der französischen Armee während der Belagerung ein Hauptkandidat. Das Fehlen kirchlicher Bestattungsunterlagen erschwerte die Suche bis zu dieser zufälligen Entdeckung.

Unterstützende Beweise

Das Skelett wurde zusammen mit einer französischen Münze aus dem Jahr 1660 und einer in der Brust steckenden Kugel gefunden – im Einklang mit historischen Berichten über d’Artagnans Tod. Die Überreste sind gut erhalten, obwohl der Schädel beschädigt ist. Diese Erkenntnisse stärken die Möglichkeit, dass es sich tatsächlich um d’Artagnans Überreste handelt.

DNA-Bestätigung steht aus

Um die Identität endgültig zu bestätigen, wurden DNA-Proben aus dem Kieferknochen entnommen und mit genetischem Material von Nachkommen von d’Artagnans Vater verglichen.

„Wir wollen absolut sicher sein … ob es der berühmte Musketier ist, der hier in der Nähe von Maastricht getötet wurde“, erklärte der Archäologe Wim Dijkman.

Ergebnisse werden innerhalb weniger Wochen erwartet, da die Forscher weitere Analysen in Laboren im In- und Ausland durchführen.

Die Entdeckung bietet nicht nur eine greifbare Verbindung zu einer legendären historischen Persönlichkeit, sondern unterstreicht auch, wie sich die historische Forschung manchmal auf unerwartete Möglichkeiten stützen kann. Wenn es bestätigt wird, wird es endlich ein jahrhundertealtes Rätsel lösen und den Kreis der Geschichte von d’Artagnan schließen.