Weniger Screenings möglich bei hohen HPV-Impfraten

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Weniger Screenings möglich bei hohen HPV-Impfraten

Eine weit verbreitete HPV-Impfung könnte die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs-Screenings erheblich reduzieren, so eine neue Studie aus Norwegen. Die Studie legt nahe, dass geimpfte Frauen im Alter zwischen 12 und 24 Jahren möglicherweise nur alle 15 bis 25 Jahre Vorsorgeuntersuchungen benötigen, während bei später geimpften Frauen (25 bis 30) die Intervalle auf ein Jahrzehnt ausgedehnt werden könnten. Dies ist ein großer Wandel in der Art und Weise, wie die Prävention von Gebärmutterhalskrebs in Ländern mit nahezu universeller Impfung funktionieren könnte.

Das norwegische Modell: Impfung und Screening kombiniert

Die Forscher verwendeten mathematische Modelle, um optimale Screening-Zeitpläne auf der Grundlage einer hohen HPV-Impfabdeckung (über 90 % in Norwegen im Jahr 2021) und eines konsistenten Screening-Programms zu ermitteln. Norwegen führt alle fünf Jahre einen HPV-Test durch, der bei der Erkennung präkanzeröser Zellen wirksamer ist als herkömmliche Pap-Tests. Ihre Strategie ist so erfolgreich, dass Prognosen darauf hindeuten, dass sie Gebärmutterhalskrebs bis 2039 eliminieren könnten.

Der HPV-Impfstoff ist ein krebsvorbeugendes Mittel, das sich als sicher und wirksam erwiesen hat. Bei frühzeitiger Verabreichung entsteht ein langfristiger Schutz, wodurch die Notwendigkeit häufiger Kontrolluntersuchungen verringert wird.

Warum das wichtig ist: HPV- und Krebsrisiko

Das humane Papillomavirus (HPV) ist eine häufige sexuell übertragbare Infektion. Die meisten Infektionen verschwinden von selbst, aber anhaltende Hochrisikostämme können zu Gebärmutterhals-, Rachen-, Penis- und Analkrebs führen. Die Impfung verhindert eine Infektion, während das Screening bestehende Fälle erkennt. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass eine hohe Durchimpfungsrate das Risikoprofil verändert und weniger häufige Vorsorgeuntersuchungen möglich macht.

US-Kontext: Impflücken und Rückgänge bei Screenings

Die Vereinigten Staaten liegen bei den HPV-Impfraten hinter Norwegen zurück (rund 57 % für 13- bis 15-Jährige im Jahr 2023). Auch die Konsistenz des Screenings stellt eine Herausforderung dar: Etwa ein Viertel der Frauen im Alter von 21 bis 65 Jahren war im Jahr 2023 überfällig für ein Screening auf Gebärmutterhalskrebs, wobei sich die Raten immer noch von pandemiebedingten Einbrüchen erholen.

„Die Bedingungen in Norwegen … unterscheiden sich von der Situation, in der wir uns in den Vereinigten Staaten befinden“, erklärt Kimberly Levinson von Johns Hopkins Gynecologic Oncology.

Das bedeutet, dass das norwegische Modell zwar vielversprechend, aber nicht direkt übertragbar ist. Die USA müssen der Erhöhung der Impfraten und der Verbesserung der Screening-Einhaltung Priorität einräumen, bevor sie die Screening-Häufigkeit reduzieren.

Das Fazit

Die Studie unterstreicht das Potenzial für eine optimierte Prävention von Gebärmutterhalskrebs in gut geimpften Bevölkerungsgruppen. In Ländern wie den Vereinigten Staaten, in denen die HPV-Abdeckung unvollständig ist und die Screening-Raten sinken, bleiben jedoch **sowohl Impfungen als auch konsequente Screenings weiterhin von entscheidender Bedeutung. Die Förderung beider Strategien ist für die Maximierung des Schutzes von entscheidender Bedeutung.