Ein ehemaliger Chef des britischen Militärs, Sir Nick Carter, fordert die Regierung auf, die Vorschriften rund um MDMA (Ecstasy) zu straffen, um erschwinglichere Forschung zu seinem Einsatz zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS) bei Veteranen und Rettungskräften zu ermöglichen. Aktuelle Beschränkungen erhöhen die Kosten für den Erhalt von medizinisch reinem MDMA auf etwa 10.000 £ pro Gramm, verglichen mit dem Straßenpreis von 40 £, was klinische Studien behindert.
Bahnbrechende Forschung unterstützt den Fall
Der Drang nach einem einfacheren Zugang geht auf kürzlich in Nature Medicine veröffentlichte Ergebnisse zurück, die eine Beseitigung der PTSD-Symptome bei 71 % der Patienten, die sich einer MDMA-gestützten Therapie unterzogen, zeigten. Carter argumentiert, dass dies auf ein Potenzial für eine größere Wirksamkeit als bestehende Behandlungen hindeutet, insbesondere für die etwa 9 % der Militärveteranen, die nach Einsätzen in Konfliktgebieten wie dem Irak und Afghanistan von PTBS betroffen sind.
Das Kernproblem ist nicht die Entkriminalisierung, sondern die praktische Zugänglichkeit für medizinische Studien. Carter schlägt vor, die Klassifizierung von MDMA speziell für Forschungszwecke zu reduzieren, um eine günstigere Anschaffung und umfassendere Tests zu ermöglichen. Dies ist nicht auf Veteranen beschränkt; Auch Polizeibeamte, NHS-Mitarbeiter und andere Ersthelfer könnten von diesem Ansatz profitieren.
Die Wissenschaft hinter der Behandlung
Das Potenzial von MDMA liegt in seinen einzigartigen neurologischen Wirkungen. Wenn das Medikament in kontrollierten klinischen Umgebungen verabreicht wird, erhöht es die Plastizität des Gehirns, sodass Patienten besser auf die therapeutische Erforschung tief verwurzelter Traumata reagieren können. Dazu gehören zwei oder drei ausgedehnte Therapiesitzungen, in denen die Patienten mit Problemen konfrontiert werden, die sie normalerweise vermeiden würden. Das Ziel ist nicht Erholung, sondern ein sorgfältig überwachter Prozess zur Erleichterung der emotionalen Verarbeitung.
Veteran teilt Erfahrungen
Martin Wade, ein 53-jähriger ehemaliger Militäranwalt im Einsatz in der afghanischen Provinz Helmand, unterstreicht die Dringlichkeit dieser Debatte. Wade entwickelte eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung, nachdem er sich während seines Dienstes jahrelang mit rechtlichen und moralischen Dilemmata auseinandergesetzt hatte, einschließlich der Untersuchung ziviler Todesfälle in Kampfszenarien.
„Ein Schuss, drei tote Zivilisten … Ich kann jetzt meinen Körper spüren. Wo fängst du an?“ Wade erinnert sich.
Trotz jahrelanger konventioneller Therapie kämpft Wade weiterhin mit übermäßiger Wachsamkeit, Flashbacks und Albträumen. Er glaubt, dass die MDMA-gestützte Therapie einen potenziellen Durchbruch darstellt, und beschreibt sie als eine Methode, die „ein Gefühl der Selbstliebe“ bei der Bewältigung traumatischer Erfahrungen fördern könnte.
Finanzierung und nächste Schritte
Die Universität Cambridge sucht derzeit nach 2 Millionen Pfund zur Finanzierung eines größeren Prozesses mit etwa 40 Teilnehmern – Veteranen, Ersthelfern und Kriegsberichterstattern – im Rahmen einer Partnerschaft mit der Wohltätigkeitsorganisation „Supporting Wounded Veterans“. Es wurden bereits rund 700.000 Pfund gesammelt.
Carter betont den starken Kontrast zwischen den exorbitanten Kosten militärischer Waffen (z. B. 80.000-Pfund-Raketen) und dem Mangel an ausreichender Finanzierung für die psychiatrische Versorgung von Veteranen.
Bei der Debatte über die MDMA-gestützte Therapie geht es nicht um Freizeitdrogenkonsum, sondern um eine ernsthafte Neuüberlegung, wie diejenigen am besten behandelt werden können, die die unsichtbaren Narben von Dienst und Trauma tragen.
































