Archäologen in Dijon, Frankreich, haben die Überreste von mindestens 18 keltischen Männern aus der Zeit vor über 2.400 Jahren entdeckt, die auf höchst ungewöhnliche Weise begraben wurden. Die Entdeckung, die 2025 und 2026 vom französischen Nationalen Institut für präventive archäologische Forschung (Inrap) gemacht wurde, legt nahe, dass diese Personen – wahrscheinlich Krieger oder Eliten – während der späten Eisenzeit (450–25 v. Chr.) einen gewaltsamen Tod starben.
Das unverwechselbare Bestattungsritual
Die Skelette wurden aufrecht in kreisförmigen Gruben sitzend gefunden, die in zwei geraden Linien angeordnet waren. Jede Grube hatte einen Durchmesser von etwa 3,3 Fuß (1 Meter) und die Leichen waren mit dem Gesicht nach Westen ausgerichtet, die Arme an den Seiten und die Beine gespreizt. Diese Bestattungsmethode ist selten, da in Frankreich und der Schweiz nur etwa 50 ähnliche Stätten dokumentiert sind.
Warum es wichtig ist: Die Sitzposition ist nicht zufällig. Es weist auf ein bewusstes Ritual hin, das bestimmten Personen vorbehalten ist. Dabei handelte es sich nicht um gewöhnliche Bestattungen, sondern eher um eine besondere Ehre – oder eine düstere Botschaft – für diejenigen, die als würdig erachtet wurden. Die Positionierung deutet auf eine Gesellschaft hin, die ihre Toten klar geschichtet hat, möglicherweise basierend auf Status, Rolle in der Gemeinschaft oder Tapferkeit auf dem Schlachtfeld.
Beweise für einen brutalen Konflikt
Erste Analysen ergaben, dass es sich bei den Verstorbenen um körperlich kräftige Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren handelte. Wichtige Erkenntnisse deuten jedoch auf gewaltsame Enden hin. Mehrere Skelette weisen nicht verheilte Schnittwunden auf, die auf tödliche Wunden hinweisen, die durch scharfe Waffen, wahrscheinlich Schwerter, verursacht wurden. Eine Person wurde mit einer Armbinde aus schwarzem Stein gefunden, deren Tod auf die Zeit zwischen 300 und 200 v. Chr. datiert wird. Sein Schädel zeigte zwei deutliche Schläge einer Klingenwaffe. Mindestens fünf weitere Personen wiesen ähnliche Verletzungen an den Armknochen auf.
Die Bedeutung: Die Wunden sind kein Zufall. Sie deuten darauf hin, dass diese Männer im Kampf starben oder Opfer gezielter Angriffe wurden, was die Vorstellung bestärkt, dass sie einen kriegerähnlichen Status innehatten. Die Erhaltung dieser Verletzungen lässt darauf schließen, dass die Leichen kurz nach dem Tod begraben wurden, so dass die Wunden zum Zeitpunkt der Beisetzung frisch blieben.
Kontrastreicher Friedhof aus der Römerzeit in der Nähe gefunden
Bei der gleichen Ausgrabung wurde auch ein Friedhof aus der Römerzeit aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. ans Tageslicht gebracht. Auf diesem Gelände befanden sich 22 Säuglingsbestattungen, die in Särgen beigesetzt waren und gelegentlich Grabbeigaben wie Münzen oder Keramik enthielten. Der Kontrast zwischen den gewalttätigen keltischen Bestattungen und den friedlicheren römischen Säuglingsgräbern verdeutlicht die starken Unterschiede in den kulturellen Praktiken und der brutalen Lebenswirklichkeit während der späten Eisenzeit.
„Die Entdeckung dieser Sitzbestattungen bietet einen beispiellosen Einblick in die keltischen Bestattungsbräuche und die Gewalt, die ihre Welt prägte.“ – Inrap-Erklärung
Die Geschichte des Ortes ist vielschichtig, mit späterer Nutzung für den Weinanbau und dem Bau eines Klosters im Jahr 1243. Heute grenzt es an eine moderne Grundschule, eine deutliche Erinnerung daran, dass die Vergangenheit knapp unter der Oberfläche liegt.
Fazit: Die Entdeckung dieser in ritueller Gewalt begrabenen keltischen Krieger ist ein entscheidendes Fenster in eine turbulente Ära. Es bestätigt, dass Kriegsführung und Elitestatus im Gallien der Späteisenzeit eng miteinander verflochten waren und dass der Tod selbst oft ein gewalttätiges Spektakel war. Die ungewöhnlichen Bestattungspraktiken verdeutlichen eine Gesellschaft, die sich mit Macht, Ehre und der brutalen Realität des Überlebens beschäftigt.
