Yam täuscht Vögel mit falschen Beeren in evolutionären Tricks

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Eine kletternde Yamswurzelart, Dioscorea melanophyma, hat eine außergewöhnliche Form der Täuschung entwickelt: Sie produziert Zwiebeln, die Beeren nachahmen, um Vögel dazu zu bringen, ihre Klone zu verteilen. Forscher berichten in den Proceedings of the National Academy of Sciences, dass diese gefälschten Beeren es der Yamswurzel ermöglichen, ihre Samen viel effektiver zu verbreiten, als dies durch traditionelle klonale Reproduktion möglich wäre.

Das Problem beim Klonen

Die Schwarzzwiebel-Yamswurzel hat die Fähigkeit zur sexuellen Fortpflanzung verloren und ist zum Überleben auf das Klonen angewiesen. Das Klonen ist zwar wirksam, schränkt jedoch häufig die Ausbreitung der Pflanze auf umliegende Gebiete ein. Diese Yamswurzel hat diese Einschränkung überwunden, indem sie Zwiebeln – kleine, abnehmbare Knospen – zu überzeugenden Beeren-Doppelgängern entwickelt hat. Dies ist eine seltene Anpassung, da die Zwiebeln normalerweise eine matte Farbe haben und nicht glänzend oder schwarz wie Beeren sind.

Wie die Täuschung funktioniert

Forscher stießen zunächst auf den Trick, als sie 2019 im Südwesten Chinas Samen sammelten. Sie fanden Zwiebeln, die wie Beeren aussahen und sich auch so anfühlten, aber keine Samen enthielten. Weitere Analysen ergaben, dass die Zwiebeln der Yamswurzel den Beeren von mindestens 15 anderen Arten in der Gegend sehr ähneln. Kamerafallenaufnahmen bestätigten, dass 22 Vogelarten diese Zwiebeln besuchen und einige sie aktiv fressen.

Besonders anfällig ist der Braunbrüstige Bulbul (Pycnonotus xanthorrhous ), der echte Beeren bevorzugt, wenn sie verfügbar sind, aber die Zwiebeln der Yamswurzel gerne verzehrt, wenn die Früchte knapp sind. Diese Zwiebeln passieren das Verdauungssystem des Vogels innerhalb von etwa 30 Minuten unbeschadet und können so bis zu einer Entfernung von 750 Metern transportiert werden.

Umfassendere Implikationen

Diese Entdeckung erweitert das Konzept der Mimikry auf nichtreproduktive Pflanzenstrukturen. Pflanzen, von denen früher bekannt war, dass sie Täuschungsmanöver anwenden, wie zum Beispiel das Japanische Hundegift (das Fliegen mit Blüten anlockt, die nach sterbenden Ameisen riechen) und bestimmte südamerikanische Weinreben (die ihre Blätter so verändern, dass sie Wirtspflanzen ähneln), vermehren sich alle sexuell. Die Anpassung der Yamswurzel ist einzigartig, da sie ausschließlich auf der Täuschung von Tieren beruht, um sich auszubreiten.

Der Biologe John Pannell bemerkt: „Die Vögel werden dazu verleitet, die Zwiebeln auszubreiten, weil sie den Früchten ähneln, die sie zu essen gewohnt sind.“ Die Entwicklung dieser Zwiebeln zu perfekt nachgeahmten Beeren ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Wirkung natürlicher Selektion, wie der Evolutionsökologe Kenji Suetsugu es beschreibt: „Es ist ein cleverer evolutionärer Workaround.“

Der Trick der Yamswurzel verdeutlicht die raffinierten Methoden, mit denen Pflanzen ihre Umwelt manipulieren können, um ihr Überleben zu sichern, selbst wenn sie traditionelle Fortpflanzungsmethoden verlieren. Dieser Fall unterstreicht, dass Täuschung in der Natur nicht nur Tiere betrifft; Pflanzen sind gleichermaßen zu raffinierten wie wirkungsvollen Tricks fähig.