Hubert Ogunde: Der Mann, der die nigerianische Volksoper erfand

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Hubert Ogunde hat nicht nur Theaterstücke geschrieben. Er baute eine Bühne für die Seele einer Nation. Der 1916 in Ososa, in der Nähe von Ijebu-Ode, Nigeria, geborene Mann, der oft als Vater des nigerianischen Theaters bezeichnet wird, starb 1990 in London. Aber sein Erbe? Das hallt immer noch in ganz Westafrika wider. Er war Dramatiker. Ein Schauspieler. Ein Musiker. Und der Gründer der ersten professionellen Theatergruppe in Nigeria.

1945 gründete er die Ogunde Concert Party. Das war es. Der Anfang. Er versuchte nicht, das britische Theater zu kopieren. Er wollte das Interesse an der indigenen Kultur wieder wecken. Volksoper. Hier sind Musik und Tanz nicht nur Hintergrundgeräusche; Sie sind der springende Punkt.

Die erste professionelle Stufe

Bevor er seine eigene Firma gründete, war Ogunde bei der nigerianischen Polizei. Doch er konnte die Hände nicht von der Bühne lassen. 1944 inszenierte er „Der Garten Eden und der Thron Gottes“. Es war ein Hit. Es wurde unter der Schirmherrschaft einer afrikanischen protestantischen Sekte produziert und vermischte biblische Themen mit Yoruba-Tanz-Drama-Traditionen. Man konnte die Veränderung spüren. Die Leute wachten auf und erkannten, was direkt vor ihrer Nase geschah.

1945 kam es zum eigentlichen Sturm. Sein Stück „Streik und Hunger“ dramatisierte den Generalstreik dieses Jahres. Es kam zur rechten Zeit. Es war roh. Es machte ihn in ganz Nigeria berühmt.

Der Name seiner Gruppe änderte sich im Laufe der Zeit. 1946 wurde daraus die African Music Research Party. 1947 dann die Ogunde Theatre Company. Die frühen Stücke? Es waren Angriffe auf den Kolonialismus. Scharf. Direkt. Spätere Arbeiten wandten sich nach innen. Er verurteilte Konflikte zwischen den Parteien und Korruption in der Regierung. Er säkularisierte das Yoruba-Theater, indem er scharfsinnige politische Satire mit Varieté-Routinen und Slapstick verband. Es war eine Komödie mit Puls.

Zensur und Konsequenzen

Glaubst du, du kannst über Macht scherzen und damit ungestraft davonkommen? Nicht mit Ogunde.

Sein berühmtestes Stück, Yoruba Ronu („Yorubas, Think!“), wurde 1964 uraufgeführt. Es war ein scharfer Angriff auf den Premierminister der westlichen Region Nigerias. Die Reaktion? Sofort. Die Regierung verbot seinem Unternehmen die Einreise aus der Region. Dies war der erste Fall von Literaturzensur in Nigeria nach der Unabhängigkeit. Ihnen gefiel die Wahrheit nicht.

Das Verbot dauerte zwei Jahre. Es wurde 1966 von der neuen Militärregierung Nigerias aufgehoben. Im selben Jahr wurde die Ogunde Dance Company gegründet. Er bewegte sich weiter.

Andere Stücke wie Otito Koro („Truth is Bitter“, 1965) verspotteten die politischen Ereignisse im Westen Nigerias ab 1963. Und zuvor, im Jahr 1946, leistete „The Tiger’s Empire“ etwas Bahnbrechendes. Es war das erste Mal, dass Frauen im Yoruban-Theater als eigenständige professionelle Künstlerinnen in Rechnung gestellt wurden. Nicht als Requisiten. Als Profis.

Improvisation und Empire

Wie hat er gearbeitet? Er skizzierte die Grundsituation. Handlungsüberblick. Dann schrieb er nur noch die Lieder auf und probte sie ein. Der Dialog? Improvisiert. Dadurch konnten sich die Schauspieler in Echtzeit an das Publikum anpassen. Sie können diese Verbindungsebene nicht skripten.

Seine Stücke spiegelten das vorherrschende politische Klima wider. Er interpretierte wichtige Themen für das Publikum. Er sprach für die Mächtigen und diejenigen, die sie beobachteten. Seine Kompanie trat in abgelegenen Dörfern und Großstädten auf. Sie reisten durch ganz Westafrika.

Später wurden Volksopern zu beliebten Musicals. Jazzige Rhythmen. Modische Tanzroutinen. Zeitgenössische Satire. Er war ein Vorbild für erfolgreiches kommerzielles Theater. Er bereitete das Publikum auf seine Anhänger vor. In den 1960er und 1970er Jahren waren seine Stücke ein wichtiger Bestandteil der urbanen Popkultur in Westafrika.

Als er ging, wurde das Bühnenlicht gedimmt. Aber der Rhythmus, den er vorgegeben hat? Es hat nie wirklich aufgehört.